aktuellesfirmadownloadsproduktereferenzenimpressumstandortkontaktagb

 

 


Verteilersysteme

Die eigenen, typgeprüften Schaltanlagensysteme KNS-S (Schutzerdung), KNS-I (Schutzisolierung) werden durch so bekannte Systeme, wie INS, SES-MNS (bis 3300A) und Striebel & John Verteilersysteme ergänzt.

KNS-S

KNS - Schaltanlagen in Schutzklasse I (Schutzerdung)
Bildzeichen 1545 nach DIN 30 600.

KNS-S Anlage

Definition nach VDE 0106 Teil 1:

Schaltanlagen, bei denen der Schutz gegen elektrischen Schlag nicht nur auf der Basisisolierung beruht. Eine ergänzende Schutzmaßnahme ist dadurch gegeben, dass Teile mit dem Schutzleiter der festen Installation verbunden werden, so dass im Falle des Versagens der Basisisolierung keine Spannung bestehen bleiben kann.

KNS-I

KNS - Schaltanlagen in Schutzklasse II (Schutzisolierung)
Bildzeichen 154 nach DIN 30600.

KNS-I Anlage

Definition nach VDE 0106 Teil 1:

Schaltanlagen, bei denen der Schutz gegen gefährliche Körperströme nicht nur auf der Basisisolierung beruht, sondern bei denen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, wie doppelte oder verstärkte Isolierung, vorhanden sind. Es besteht keine Anschlussmöglichkeit für Schutzleiter. Der Schutz ist unabhängig von den Installationsbedingungen.


Hauptanwendungsgebiete

KNS-Verteiler eigenen sich für den Einsatz in vielen Breichen der Erzeugung. Verteilung und Anwendung elektrischer Energie, zum Beispiel als

- Unterverteiler für Gebäudeinstallation
- Hauptverteiler für Energieversorgung
- Controlcenter für Motorstromversorgung
- Steuerverteiler für Industrie-Antriebe

in

- Verwaltungsgebäuden
- Warenhäusern
- Produktionsanlagen
- Kliniken
- Wohnzentren
- Schulen.

Einige ausgewählte Beispiele zeigen die vielfältigen Anwendungen des KNS-Systems.

Vorzugsweise als Standverteiler eingesetzt, kann dieses Verteiler-System wandbündig installiert oder freistehend errichtet werden.

Durch den modularen Aufbau der Schaltanlageneinheiten, im DIN-Rastergrundmaß von 25 mm, können auch gleichverwendungsfähige Schaltgeräte kostengünstig und ebenso kompakt eingebaut werden. Hierzu gehört insbesondere das SR-Lastschaltgerät mit seinen großen Vorteilen für den Anwender. Da diese Art Verteiler oft von "Laien", d.h. von Personen bedient werden, die keine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung absolviert haben, ist die Frage nach dem sicherheitstechnischen Aufbau der Schaltanlage von großer Bedeutung.

Die schon erwähnte Schutzisolierung stellt nach den vorliegenden Erfahrungen den größtmöglichen Schutz der Bedienungsperson vor spannungführenden Teilen dar.


Merkmale

Das KNS-System bietet dem Anwender bemerkenswerte Möglichkeiten und Vorteile gegenüber konventionellen Schaltanlagen:

- Hohe Personensicherheit durch Schutz gegen direktes Berühren Spannungsführender Teile, bei KNS-I durch Schutzmaßnahme 'Schutzisolierung' und Schutz gegen indirektes Berühren bei KNS-S durch die Schutzmaßnahme 'Schutzerdung'.


Vibrationsbeständigkeit

Das KNS-I-System ist gemäß den Richtlinien über Durchführung von Baumusterprüfung des Germanischen Lloyd, Kapitel 3, Ziffer5, rüttelfest für den Einsatz auf Handelsschiffen oder Bohrinseln.

Schocksicherheit

KNS-I-Verteiler erfüllen die Anforderung des Bundesbauministeriums hinsichtlich Schocksicherheit bis zu einer Regelklasse 0,62/6,3 und sind für den Einsatz in Schutzräumen zugelassen.


Technische Normen

Ausführungsbestimmungen

Das kombinierte Niederspannungs-Schaltanlagensystem KNS gilt als Typgeprüfte Schaltgerätekombination (TSK) nach DIN VDE 0660 Teil 500 und IEC-Publikation 439-1/439-3.

Aufstellen und Anschließen

Für das Aufstellen und Anschließen der Verteiler gilt DIN VDE 0100 Teil 729, für den Betrieb DIN VDE 0105 Teil 1.

Kriech- und Luftstrecken

Die Kriech- und Luftstrecken im KNS-System sind nach DIN VDE 0110 Teil 1, Gruppe C ausgelegt

Schutzmaßnahmen

Das System ist in Schrankbauweisen konzipiert. Durch die Verwendung hochwertiger Kunststoffe für Gehäuse, Geräteabdeckung und Rückwand wird bei KNS-I die Schutzmaßnahme Schutzisolierung erfüllt. Die Stahlblechausführung erfüllt die Schutzmaßnahme Schutzerdung nach DIN VDE 0100, DIN VDE 0660 Teil 500 und IEC 439-1

Schutzarten

Je nach Ausführung der Verteiler können folgende Schutzarten nach IEC 529/DIN 40050 erreicht werden:
- ohne Tür, nur mit Berührungsschutzabdeckungen IP 30
- mit Tür, ohne Dichtung IP 40
- mit Tür und Dichtung IP 55 (bei KNS-S) bzw. IP 54 (bei KNS-I).

Brandverhalten

Alle KNS-Kunststoffteile sind selbstverlöschend und nichttropfend. Sie entsprechen in ihrem Brennverhalten den Bestimmungen DIN VDE 0304 Teil 3, Stufe BH 2 und sind halogenfrei.


Umweltbedingungen

Klimafestigkeit

Die Stahlblechteile der äußeren Umhüllung erhalten einen den Klimabedingungen angepassten Oberflächenschutz.
Bei häufigen Temperaturschwankungen, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit, sind zur Vermeidung von Schwitzwasser Belüftungsgitter und, falls erforderlich, Thermostatgesteuerte Heizstäbe zu installieren.

Chemische Beständigkeit

Die Kunststoffteile sind beständig gegen Wasser bis 100°C, Seewasser, Benzin, Alkohol, Mineralöle, schwache Säuren und Laugen, pflanzliche und tierische Öle und Fette.


Brandverhalten

1. Zusammenfassung

An zwei Schaltschränken Stahlblech - und KNS-I-System wurden in Anlehnung an DIN 4102 Beflammungsversuche durchgeführt.

Beim KNS-I-System – Integralschaum auf PU-Basis – ist nach einer Beflammungszeit von 10 Minuten die Innenraumtemperatur auf 60°C angestiegen. Die Funktionstüchtigkeit dieses Schaltschrankes bei Flammeneinwirkung ist auf längere Zeit gewährleistet.

Das Stahlblech-System zeigt nach einer Beflammungszeit von 2 Minuten eine Innenraumtemperatur > 150°C. Somit ist eine Funktionstüchtigkeit auf längere Zeit nicht gewährleistet.

2. Veranlassung

Es sollte geprüft werden, wie sich bei Flammeneinwirkung eine Schrankumhüllung aus PU-Integralschaum (KNS-System) gegenüber Stahlblech hinsichtlich des Temperaturanstieges im Schrankinnenraum auswirkt. Die Beflammung der Außenwand sollte so lange durchgeführt werden bis die Thermoelemente (1 cm Wandabstand) eine Schrankinnentemperatur von 180°C anzeigen.

3. Versuchsdurchführung

Je ein Leerschrank Typ Stahlblech- und KNS-I-System mit dem Abmessungen H = 2000mm, B = 650 (600)mm, T = 200 (250)mm wurden an der Seitenwand mit einem Ringbrenner beflammt.
Der Gasbrenner war in etwa 2/3 Schrankhöhe angebracht, der Abstand zur Schrankseitenwand war jeweils 58mm. Der Brenner wurde so eingestellt, dass an der Schrankaußenseite über eine Länge von 20-30cm Temperatur von 600°C herrschte.

Im Schrankinneren waren sechs Thermoelemente zur Temperaturüberwachung angebracht. Davon waren 3 Thermoelemente direkt an der Innenwand und 3 Thermoelemente im Abstand von 10mm zur Innenwand angebracht.

Während der Beflammung wurde der Temperaturanstieg an der Innenwand jede Minute registriert.

4.Ergebnis

System Stahlblech Schaltanlageschrank -Stahlblech
Die Zersetzungstemperatur von Weich-PVC, ca. 120-150°C (PVC-Kabel), wurde beim Stahlblech-System nach zwei Minuten erreicht. Der Versuch wurde nach 4 Minuten abgebrochen. Nach dieser Zeit war die innere Lackschicht schon teilweise abgebrannt und die Innenraumtemperatur auf über 200°C angestiegen.

System KNS-I Schaltanlageschrank-Kunststoffgehäuse
Die Beflammung des KNS-I-Systems wurde nach 10 Minuten abgebrochen, da nach dieser Zeit die Flanschvorprägung durchzubrennen drohte. Nach Wegnahme der Flamme erlosch das Feuer am PU-Teil sofort. Die Innenwandtemperatur nach dieser Zeit: 100°C, Innenraumtemperatur 60°C.

Die Wärmeisolierung Wirkung des PU-Integralschaums ist deutlich festzustellen.

5. Beurteilung

Beim KNS-I-System ist die Funktionstüchtigkeit im Brandfalle über einen längeren Zeitraum gewährleistet. Dies wird durch Temperaturmessungen im Schrankinnenraum bestätigt. Der Temperaturanstieg erfolgt so langsam, dass im Innenraum nach 10 Minuten erst eine Temperatur von 60°C herrscht. Die Kunststoffteile, wie Kabel, Stecker, Schalter usw. sind bei diesen Temperaturen noch voll Funktionstüchtig. Die Wärmeisolierende Wirkung des PU-Integralschaums ist deutlich festzustellen.

Da beim Stahlblech-System nach einer Beflammungszeit von 2 Minuten eine Innenraumtemperatur von 150°C herrscht, sind die eingesetzten Kunststoffteile teilweise nicht mehr funktionstüchtig. Eine Funktionstüchtigkeit beim Stahlblech-System ist also nach kürzerer Zeit bei Brandeinwirkung nicht mehr gegeben.

 
Copyright © 2014 - SES TEC GmbH